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Hier und Jetzt ... Wo und wann ist das ...?

Wenn ich allein spazierengehe, mache ich das meist nicht nur der Bewegung halber, sondern um einen freien Kopf zu kriegen. Und es passiert jedesmal dasselbe: Mein Kopf hastet sofort weg, rast von hier nach da nach dort, streift binnen Sekunden mehrere Dekaden Vergangenheit mit einigen Dekaden Zukunft dazwischen, und irgendwann fällt auf, dass der Kontakt zum Körper, der da spazierengeht, so ziemlich weg ist. Würde ich die Wege nicht so genau kennen, ich hätte keine Ahnung, woher ich gerade komme und was ich dort gesehen habe. Der Kopf war ja woanders.

Das zu ändern, kann verflixt schwierig sein. Im Hier und Jetzt zu sein, ist unmöglich, wenn man vom "Monkey Mind" herumgezerrt wird, als hätte man ein ungebärdiges kleines Gör an der Hand. Jetzt selbst ungeduldig zu werden, bringt nichts außer: Es verdirbt gründlich die Stimmung, und der Spaziergang mutiert zur Strafarbeit.

Mir hilft es immer wieder, da auf Meditations-Methoden zurückzugreifen. Bewusst Atmen. Oder auf Geräusche achten. Oder auf alles, was sich bewegt. Oder nur auf Rosenbüsche. Letzteres oft besonders verblüffend ... Man ahnt ja gar nicht, an wie vielen Rosenbüschen man tagtäglich so vorbeiläuft, ohne sie je zu sehen ... Man muss quasi völlig neu kartieren, wenn man anfängt, gewohnte Wege ganz bewusst zu gehen. Sie sind anders, als man immer dachte. Man dachte ja auch an was ganz anderes ...

Der "Monkey Mind" hat nun mal ein Eigenleben. Ihn loslassen, ihn im Hintergrund einfach seiner eigenen Wege springen lassen, im Vordergrund aber das Hier und Jetzt zu erleben, erfordert Übung. Macht dann aber Spaß ... Es befreit. Das ist das, was ich daran so liebe. Es befreit.

 

18.10.15 18:12, kommentieren

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Zeit für Sterne

Seit vier Wochen freue ich mich schon auf den "Blutmond" Ende September, und dann habe ich ihn glatt verpasst - irgendwie ging mein innerer Kalender eine Woche nach, und alles kam durcheinander. Nun gut, so brauchte ich am Montag jedenfalls nicht in aller Herrgottsfrühe aufzustehen. Wäre mir schwergefallen.

Aber manchmal, wenn ich nachts zufällig aufwache, gehe ich auch ohne besonderen Anlass in den Garten, einfach so. Und manchmal sehe ich dann einen Sternenhimmel, der so überwältigend ist, dass ich mich mitten im Staunen irgendwann umdrehe und zu den Nachbarhäusern hinüberschaue und denke: "Wieso ist eigentlich außer mir niemand draußen, um sich das anzuschauen?" Nun ja, weil sie verdientermaßen tief schlafen, vermutlich, aber: Schade eigentlich. Manchmal hat Schlaflosigkeit durchaus auch Vorteile ... Tatsächlich habe ich im Laufe der Jahre gelernt, sie zu nutzen, statt mich zu ärgern, und: Das hilft. Nicht immer. Aber doch recht oft.

1 Kommentar 29.9.15 16:02, kommentieren