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Zwei Welten ...

Die kleine Stadt liegt im strahlenden Sonnenschein zwischen zwei gewaltigen Wolkenbändern, ein Spätsommertag wie gemalt. Mir kommt ein Ehepaaar im frühen Rentenalter entgegen und wird von Bekannten aufgehalten: "Na, kommt ihr schon von diesem Mittelaltermarkt? War wohl nix, wa?" Das Ehepaar winkt synchron ab. "Drei Buden, tote Hose. So was hat sich doch vor Jahren schon überlebt, da geht doch längst keiner mehr hin."

Als ich hundert Meter weiter den Kirchplatz erreiche, finde ich auf den Straßen rund um das Gotteshaus, überall auf dem Rasen davor, an der Einkaufsstraße und an der Graft, die den Stadtkern abschließt, Zelte aufgebaut. Es wird geschmiedet, gesponnen, gewebt, geschnitzt, gebacken, gekocht, gebraten, mit Langbogen geschossen, mit Holzschwertern gekämpft, Markentender scherzen mit Rudeln amüsierter Kundschaft, und ein Dudelsackspieler, ein Trommler und ein Sänger zeigen, dass man keine elektrischen Verstärker braucht, um eine Stadt zu rocken. Selbst die ortsansässigen Geschäftsleute stehen in mittelalterlicher Kleidung in ihren Läden und strahlen vergnügt vor sich hin.

Dieses Ehepaar, das mir da entgegengekommen war, mit "tote Hose" zwischen "drei Buden" ... In welcher Welt mögen die wohl leben?

 

 

19.9.15 20:53

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